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Der Blog ist umgezogen. Neue Adresse: www.statravelblogs.com/matze
2.12.07 21:04


Bienvenidos a Bolivia

Eine Woche voller Impressionen, voller Extreme liegt hinter mir. Von Cusco ging es am Freitagabend um 22 Uhr los – nachdem ich ein letztes Mal beim Imbiss “La Bendita Gula” essen war. Nestor, der Besitzer, wird im Dezember Vater und das Kind wird natürlich meinen Namen bekommen. Klar, ich hab auch oft genug dort gegessen. Am Samstag gegen Mittag kamen wir dann in La Paz an. Wir – das sind Christoph, den ich in Cusco kennengelernt habe und ich. Nachdem wir uns das Hostal (mit eigener Brauerei und All-you-can-eat-Pfannkuchen-Frühstück). Am Nachmittag dann sind wir einfach etwas durch die Stadt gelaufen und haben uns umgeschaut. Sie ist schon eigenartig, diese Stadt. Einerseits herrscht die absolute Hektik – vor allem auf den Strassen – aber ain den Gassen eine tolle Gelassenheit. Am Sonntag dann der erste Höhepunkt der Bolivien-Tour: Eine Mountain-Bike-Tour über die “gefährlichste Strasse der Welt”. Zunächst ging es mit dem Bus auf einen Pass von 4600 Metern, dann aufs Bike und ab nach unten. Die ersten etwa eineinhalb Stunden gingen noch auf Asphalt-Strasse mit Geschwindigkeiten von mehr als 75 km/h abwärts, dann jedoch ging es richtig los: Schotterpiste in den Steilhang gebaut, der tiefste Abgrund 600 Meter, an den Seiten immer wieder Kreuze von in den Jahren zuvor Verunglückten. Nicht umsonst ist die Piste runter in die Yungas als die gefährlichste Strasse der Welt bezeichnet. Insgesamt ging es bis in tropische Regionen auf 1100 Metern Höhe herunter, also 3500 Höhenmeter in 65 Kilometern. Wahnsinn! Die fantastischen Ausblicke konnte man teilweise kaum geniessen, da man sich doch sehr auf die Fahrt konzentrieren musste. Unten angekommen, gab es einen Pool und ein Essen und gegen Abend ging es wieder zurück über die mittlerweile eröffnete neue Piste nach La Paz! Ein wirklich atemberaubender Tag! Auch der Montag glänzte mit seinen Extremen: Es ging nach Chacaltaya, wo noch bis vor kurzem das höchstgelegene Skigebiet der Welt existierte. Auf 5500 Metern! Heute allerdings ist Skifahren kaum mehr möglich, weil die Erderwärmung auch hier zugeschlagen hat und den Gletscher fast komplett zum schmelzen brachte. Dennoch war es ein Erlebnis, auf dieser Höhe einen tollen Rundblick – auch über den Talkessel von La Paz – zu haben. Eine kleine Wanderung jedoch hat mich schon etwas aus der Puste gebracht. Kein Wunder auf dieser Höhe. Am Nachmittag ging es noch ins Valle de la Luna, das Mondtal, das durch verrückte Gesteinsformationen sehr interessant ist. Hier hat die Erosion so richtig zugeschlagen. Per Nachtbus ging es dann nach Uyuni, wo auch direkt am Dienstagmorgen die Drei-Tages-Tour Salar/Lagunen begann. Zwei Tage waren wir sehr viel im Jeep durch die Wüste unterwegs, haben aber fantastische Lagunen, Geysire und andere Naturschönheiten gesehen. Der Höhepunkt war aber ohne Zweifel der dritte Tag, an dem es auf den Salar de Uyuni ging, den grössten Salzsee der Welt. Salz, wohin man sieht... Zuerst ging es zur Isla de Pescado, die ihren Namen trägt, da sie wie ein Fisch aussieht oder aussehen soll. Hier gibt es neben einer grandiosen Aussicht auch viele, viele Kakteen (teils 1200 Jahre alt) und eine Chinchilla-Art. Aber klar war die Aussicht das Beste. Dann ging es weiter im Jeep zum Salzhotel. Komplett aus Salz hergestellt, gibt es hier die Möglichkeit, inmitten des 12000 qkm grossen Salzsees zu übernachten. Nachdem wir dann auch noch so einige Spässchen mit den Kameras gemacht hatten, ging es nach dem Mittagessen wieder nach Uyuni zurück. Eine mehr als tolle Tour, die wieder einmal gezeigt hat, was die Natur in Südamerika geleistet hat und immernoch leistet. Am Abend sind wir dann schon weiter gefahren – sieben Stunden Ruckelpiste nach Potosí. Nachdem wir mitten in der Nacht fast kein Hotel mehr fanden (es war gerade ein Kongress....), konnten wir dann doch endlich mal wieder ausschlafen. Am Mittag dann haben wir eine der Minen besucht, weswegen Potosí, die höchstgelegene (4065 Meter) Grossstadt der Welt, bekannt gemacht hat. Der Besuch war zwar kurz, dennoch konnten wir uns ein gutes Bild davon machen, unter welchen Arbeitsbedingungen seit Jahrhunderten gearbeitet wird, um den Berg auszubeuten. Früher war es vor allem das Silber, das die Minien und damit die Stadt wachsen liess, heute ist es hauptsächlich das Zinn und andere Mineralien. Diese Tour war mehr interessant als schön; die teilweise erst 18-jährigen Minenarbeiter verdienen nicht nur schlecht, sie sind auch ständig den giftigen Dämpfen ausgesetzt. Deutlich konnten schon wir nach nur einer knappen Stunde in der engen Mine den Schwefel in der Luft spüren. Da die Minen der einzige Grund ist, diese Stadt in dieser unwirtlichen Gegend zu besuchen, fuhren wir am Nachmittag auch direkt weiter nach Sucre, von wo aus wir eigentlich einen Bus nach Santa Cruz in den Regenwald nehmen wollten. Doch wir entschieden uns dafür, in Boliviens offizieller Hauptstadt eine Nacht zu bleiben und dann erst weiter zu reisen. Und es hat sich wirklich gelohnt: Sucre ist eine wirklich tolle Kolonialstadt mit sehr angenehmen Klima (2800 Meter) und einem ganz eigenen Flair. Mal sehen, was der heutige Abend noch so bringt. Doch sicherlich wird er unser bisheriges Bild von Bolivien nicht ändern: Ein grossartiges Land mit grossartigen Menschen und einer einmaligen Natur. Es wird wohl darauf hinauslaufen, ein paar Bier zu trinken und dann weiterzusehen. Auch morgen können wir schliesslich ausschlafen. Gegen Mittag geht es dann weiter in den bolivianischen Regenwald nach Santa Cruz....
27.10.07 01:33


Muchas gracias Cusco...

Hätte mir am 30. März, als ich gegen Abend aus Abancay nach Cusco fuhr, irgendwer gesagt, dass ich ein halbes Jahr in der einstigen Inka-Hauptstadt wohnen und dort sogar arbeiten würde, ich hätte ihn damals wohl für mindestens ein bisschen übergeschnappt gehalten. Doch stellte sich sehr sehr schnell heraus, dass mich diese Stadt fasziniert.

Es war immer eine Freude, zum Beispiel bei Señora Milagro im Mercado San Pedro vorbeizuschauen und einen frisch gepressten Orangensaft zu geniessen und nebenbei das typische Markttreiben zu beobachten. Oder bei Señor Nestor vom Imbiss La Bendita Gula einen Hamburger, Salchipapas oder auch nur eine frische Chica Morada (Erfrischungsgetränk aus rotem Mais) mit Apfelstücken zu trinken. Oder gegenüber bei Los Toldos Chicken ein Cuarto Pollo a la Brasa (1/4 Grillhähnchen) zu bestellen. Auch die beste Bäckerei Cuscos, die Panaderìa Don Pancho in der wahr immer wieder lecker - vor allem, wenn es die Croissants im Büro gab. Auch die Arbeit hat dazu beigetragen, dass ich die Zeit zwischen April und Oktober 2007 in Cusco immer in einer absolut positiven Erinnerung behalten werde. Die Atmosphäre im Büro mit Carlos, Norma und Ursula war immer gut und ich bin immer gern zur Arbeit gegangen. Dann war da noch die Sprachschule, wo man immer sichtlich willkommen ist und mit offenen Armen empfangen wird über die ich viele wirklich nette Menschen kennengelernt habe. Flor, mein Tandem, Alex und Noelia zum Beispiel aber auch die Schüler. Viele von ihnen werd ich immer mit dieser tollen Zeit hier verbringen. Überhaupt waren es in erster Linie die Menschen, die sehr dazu beigetragen haben, dass ich mich hier so wohl fühlen konnte. Neben den viel zu aufdringlichen Verkäufern und Schleppern im Zentrum werden mir vollen die Menschen in Erinnerung bleiben, die mich immer wieder mit offenen Armen empfangen haben, ehrliche Interesse gezeigt haben an meiner Person und mein Land oder mich einfach nur für einen Plausch im Restaurant an ihren Tisch eingeladen haben. Danke Cusco, Danke Cusqueños!

Die letzten Tage hier waren noch einmal sehr spannend. Vor allem der anstrengende Sonntag. Halb für die Arbeit, halb für mich selbst habe ich das Projekt einer holländischen Hilfsorganisation besucht, die in den Höhen der Anden Communidades (kleine Siedlungen) unterstützt. Wir fuhren nach Chimor, wobei der Weg dahin aus fünf Stunden Autofahrt über Staubpisten plus eineinhalb Stunden Fussmarsch bergauf bestand. Das Dorf ist mit Fahrzeugen nicht erreichbar, hier regieren noch Schweine, Schafe und Hühner auf den Wegen. Nicht nur dort, auch in den Häusern und Küchen. Meerschweinchen, Hasen und Menschen teilen sich also hier den Wohnraum. Dass dies nicht im Sinne der Hygiene ist - hier setzt das Projekt an. Tiere raus aus dem Wohnraum oder zumindest in eine seperate Ecke der Wohnung mit einem Käfig; der Bau von Klohäuschen; das Anlegen von Gärten und Lachszuchten sowie das "Aufräumen" des Hauses und das Wegschaffen von Müll waren die ersten Schritte, die den teilnehmenden Familien beigebracht wurden. Dabei musste bei Null angefangen werden, zum Beispiel wird in einer Info-Broschüre erklärt, warum man denn nach dem "Geschäft" seine Hände sauber machen sollte. Insgesamt ein wirklich sehr sehr interessanter, wenn auch anstrengender Ausflug, der mich eigentlich zum ersten Mal so wirklich in die andine Hochlandbevölkerung brachte. Auf Spanisch unterhalten war auch kaum möglich, sprechen die meisten doch nur die alte Inka-Sprache Quechua. Doch gleich welcher Sprache - die Leute in dem Ort waren allesamt Stolz darauf, was sie in den letzten Monaten verbessert haben, wissen aber auch, dass noch sehr sehr viel fehlt.

Ansonten war ich in der vergangenen Woche immer wieder mit Freunden unterwegs, fast jeden Abend waren wir irgendwo etwas essen, etwas trinken oder einfach nur ein Nacht-Eis essen. Diese letzte Woche war auf jeden Fall eine der schönsten Wochen hier, wenn auch immer wieder leichter Abschiedsschmerz aufkam. Aber nun freue ich mich in erster Linie auf die weitere Reise, die heute Abend zunächst für einige Tage nach La Paz gehen wird und dann für etwa zwei bis drei Wochen durch Bolivien führen wird.

Cuìdate, mi Cusco! Regresaré pronto!

 

19.10.07 21:39


Frühlingsbeginn...

Mein letzter Eintrag hier im Blog ist mittlerweile schon über einen Monat alt. Die Zeit vergeht schnell. Zum Beispiel habe ich nun mein Praktikum fast schon hinter mir. Es laufen bereits die letzten beiden Wochen, danach habe ich vor, noch ein klein wenig zu reisen (Bolivien, Nordperu) und natürlich nochmal nach Arequipa zu fahren.

Aus Arequipa kam ich auch gerade heute morgen wieder zurück - mittlerweile war ich glaube ich schon sieben Mal dort. Da ich Arequipa ja mittlerweile kenne (oder wie Carlos - mein Chef - meint, jeden einzelnen Stein an der Strecke...), haben Ann und ich uns diesmal entschieden übers Wochenende mal raus aus der Stadt an den Strand zu fahren. Also haben wir den Bus genommen und sind etwa zwei Stunden Richtung Mollendo gefahren, das bereits am Pazifik liegt. Doch Mollendo ist - vor allem ausserhalb der Hochsaison, die erst Ende November beginnt - vor allem ein ziemlich hässliches Städtchen. Deshalb haben wir recht schnell ein Colectivo-Taxi genommen und sind nach La Punta de Bombon gefahren (der Ort heisst wirklich so; wer es nicht glaubt: Es gibt auch ein Foto davon!). Hier herrscht wirklich die Ruhe selbst. Hier wird man kaum von Autos gestört, eher schon von Eseln oder Schafsherden. Leider war das Wetter nicht wirklich, wie wir uns das vorgestellt hatten und so sind wir am Sonntagmittag schon wieder nach Arequipa zurückgefahren. Allerdings mit unnötiger Aufregung, da der Busfahrer bei der Durchfahrt durch Matarani einen Jungen angefahren hat. Glücklicherweise scheint aber nichts Schlimmeres passiert zu sein.

In den beiden Wochen davor war Max vom avenTOURa-Büro in Freiburg bei uns im Büro zu Besuch um ein neues Programm zu installieren. Ausser, dass das Programm nicht wirklich gut zu funktionieren scheint (jedenfalls noch nicht jetzt), war es eine ziemlich kurzweilige Zeit. Max hat auch bei mir in der Familie gewohnt und wir haben eigentlich immer wieder zusammen was gemacht. Mal auf ein Konzert, mal nur ein Bierchen trinken, mal Abendessen. An einem Sonntag haben wir uns sportlicherweise ein Mountain-Bike gemietet und sind ins Heilige Tal der Inkas runtergefahren. Zu Beginn jedoch mussten wir erstmal etwa 300 Höhenmeter bergauf überwinden, was auf 3500 Metern doch eine ganz andere Sache ist. Für die Mühen wurden wir dann aber belohnt, als es danach 600 Höhenmeter bergab ging. Nach dem Mittagessen in Pisaq sind wir noch etwas im Tal gefahren und haben dann den Bus nach Cusco zurück genommen. Ausserdem hab ich in dieser Zeit auch noch ganz neue Ecken Cuscos kennengelernt, zum Beispiel einen weiteren Markt, auf dem unter anderem die Sachen verkauft werden, die den Touris so auf dem Inka-Weg oder sonstwo geklaut werden. Hier sollte mal also wirklich auf der Hut sein und seine Hosentaschen doch besser schützen. Ausserdem hab ich mit Max zum ersten Mal eine wirkliche Stadtführung in Cusco mitgemacht. Wir haben uns einfach einer Touri-Gruppe angeschlossen, für die Carlos eine Führung gemacht hat. War schon ganz interessant, mal so ein paar Hintergrund-Infos zu erfahren über die Kathedrale zum Beispiel aber auch alles mögliche über die Inka-Zeit, was ich bisher ja nur aus meinem Reiseführer wusste. Ausserdem war ich zum ersten Mal überhaupt im Sonnentempel Korikancha oder in der San-Blas-Kirche.

Anfang September war ich ebenfalls ein paar Tage bei Ann in Arequipa, unter anderem haben wir den Geburtstag von Pamela, Anns Freundin, gefeiert. Ausserdem waren wir beim Fussball, Arequipa - Cusco. Da musste ich mich schon entscheiden, zu wem ich halte. Aber Ann zuliebe habe ich dann natürlich dafür entschieden, für ihr Melgar Arequipa zu sein. Zum Glück, schliesslich hat Melgar das Spiel 4:1 gewonnen und Cusco ziemlich nass gemacht.

A propos Cusco nass: Heute hat es zum ersten Mal so richtig geregnet. Es hat ja nicht nur der Frühling begonnen, sondern auch die Regenzeit. Es scheint nun wieder so zu sein wie im April, als ich hier ankam. Morgens bis Mittags Sonne, danach ein kurzer Schauer, dann wieder schön. Obwohl das heute schon eher ein langer Schauer war, meine Füsse auf dem Weg von der Arbeit nach Hause blieben jedenfalls nicht trocken. Dafür ist es - wenn es nicht gerade regnet - wirklich angenehm hier. Die Tage bevor ich nach Arequipa fuhr, konnte ich mich mittags immer wieder etwas in die Sonne legen und den Frühlingsbeginn geniessen....

 

11.10.07 01:18


Geburtstage...

Hola y saludos aus Cusco!

 

seit gestern bin ich wieder in Cusco. Besser gesagt seit heute morgen. Die vergangenen zwei Wochen war ich – wieder mal Urlaub gehabt – in Arequipa bei Ann Liz, um zwei Geburtstage zu feiern. Am 23. war zuerst ich dran (DANKE für die vielen Glückswunschmails und –Nachrichten!!!), drei Tage später dann meine Freundin. Aber an den ersten Tagen hab ich noch die Arequipa-Woche mitbekommen, die über den Jahrestag der Stadtgründung Mitte August mit Konzerten, Ausstellungen und verschiedenen anderen Aktionen gefeiert wird. Kurz gesagt: Ganz Arequipa stand Kopf. Jedoch waren die Veranstaltungen deutlich überschattet von dem schweren Erdbeben, das Peru einige Tage zuvor erschüttert hat und mehr als 500 Menschenleben gefordert hat. In dieser Situation zeigte sich deutlich, welch Zusammengehörigkeitsgefühl in Peru existiert.
Als wir also auf die FIA – das Festgelände gingen – lernte ich auch die Familie von Ann Liz kennen. Nadja, die Schwester mit ihrem Mann Manfredo und dem Kleinen, Manfred (die heissen wirklich gleich!). Die Mutter, Señora Julia, kannte ich ja schon vorher. Ich wurde immer sehr herzlich behandelt und so war es ein wirklich witziger Tag, der nach einem lockeren Schlendern über das Festgelände und einem deftigen Mittagessen beim Konzert am Abend ausklang. Nur machte ich mir keine Freunde damit, dass ich das Cusqueña-Bier dem Arequipeña vorzieh. Schmeckt ja auch einfach besser! Aber das haben die anderen dann auch irgendwann eingesehen.
An meinem Geburtstag dann ein paar Tage später war wieder die ganze Familie beisammen, diesmal war auch der Vater – Señor Vito – mit dabei, den ich zuvor nur einmal ganz kurz kennengelernt hatte. Wie eigentlich jeden Tag gab es zum Mittagessen etwas von Julia gekochtes – immer wieder Spezialitäten aus Arequipa oder Peru. Sehr lecker. Nur dass diesmal das bessere Geschirr rausgeholt wurde für den hohen Gast. Abends dann war wieder die ganze Familie da, dazu die beiden Freundinnen von Ann Pamela und Jennifer mit Christian und Andre, ihren Freunden. Es gab wieder mal Bier und Pisco, den Vater Vito mit Genuss ausschenkte. So entstand ein echt lustiger Abend.
Genau wie drei Tage später, als wir in der “Tradition Arequipeña” bei Live-Musik und wiederum Bier, Bier, Bier, in den 24. Geburtstag von Ann Liz reingefeiert- und getanzt haben. Diesmal waren auch noch Hugo (den beim ersten Mal in Arequipa im Hotel kennengelernt hatte) und einige Freunde von ihm da. Den Rest des Tages waren wir bei Anns Schwester im Apartment und haben wiedermal gegessen. Adobo – ebenfalls typisch aus Arequipa – gabs und später noch sowas wie Kaffee und Kuchen.
Ende August dann erfüllte sich in Arequipa ein Traum: Ich hab doch tatsächlich ein Lokal gefunden, in dem es Erdinger Weissbier und Bratwurst mit Bratkartoffeln gab. Das musste natürlich ausgiebig getestet werden und Ann in die deutsche Bier- und Wurtskunst eingewiesen werden. Ein paar Tage vorher hat sie auch schon “Strammer Max” kennengelernt, als ich das Frühstück gemacht hab.
Eigentlich wollten wir die letzten Tage noch zusammen nach La Paz fahren, was dann aus verschiedenen Gründen doch nicht geklappt hat. Also blieb ich in Arequipa bis gestern, hatte aber immernoch das Problem, dass ich vor dem 6.September aus Peru ausreisen musste, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Das hab ich dann gestern gemacht. Genauer gesagt: Auf peruanische Art und Weise gemacht. Um 8.30 in Arequipa in den Bus gestiegen, um halb zwei in Puno angekommen. Den erstbesten Bus Richtung La Paz genommen, nach 2 Stunden Fahrt an der Grenze ausgestiegen. Dort hatte ich das Problem, dass man eigentlich nicht Aus- und am gleichen Tag wieder einreisen darf. Doch mit 20 Dollar in der Hand geht hier doch einiges. Ich also um 20 Dollar aber 90 Tage Aufenthalt reicher (ohne auch  nur einen Fuss nach Bolivien gesetzt zu haben!), wieder in den Grenzort gefahren, den erstbesten, viel zu engen und klapprigen Bus zurück nach Puno genommen. Dort im Terminal eine Fahrkarte nach Cusco gekauft, um 21 Uhr in den Bus gesetzt, um 22 Uhr eine unfreiwillige Reifenwechsel-Pause gemacht, und dann doch weiter nach Cusco. Schliesslich war ich nach einem langen Tag um 6 Uhr morgens wieder in Cusco! Um 9 Uhr dann durfte ich wieder arbeiten. Ich war wirklich ganz schön froh, als ich mich heute nachmittag mal zur Siesta hinlegen konnte....
4.9.07 03:13


Durchgerüttelt...

Ein wackliges Halalalao aus Cusco....

ich bin grad recht froh, in Cusco zu sein und nicht in Lima. Nahe der Hauptstadt gab es gerade ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala. Sogar hier in Cusco haben die Wände ordentlich gewackelt. War schon ein komisches Gefühl, als sich plötzlich das in meinem Zimmer aufgehängte Badetuch bewegt und die kleine Kommode geschauckelt hat. War schliesslich mein erstes Erdbeben, das ich mitbekommen habe. Vor einigen Wochen in Arequipa gab es wohl schon mal ein kleineres mitten in der Nacht. Da hab ich aber friedlich geschlafen. Jetzt gerade ist jedoch das Telefon-Netz tot. Ich kann weder nach Cusco noch beispielsweise nach Arequipa anrufen. Im Moment habe noch mit einer Freundin aus Lima gechattet und da hat es dort wohl schon wieder begonnen. Diesmal aber wohl lange nicht so stark...

Naja, ansonsten ist in den vergangenen Wochen auch einiges passiert. Zum einen hab ich meinen Aufenthalt nun endgültig verlängert und den Flug auf den 5. Dezember verlegt. Sind dann also ganz genau drei Monate mehr hier in Cusco. Ich freue mich wirklich, dass das so gut geklappt hat, vor allem weil mir die Arbeit hier ja wirklich Spass macht und ich auch gerade in den nächsten Wochen noch einiges lernen kann. Vielleicht lern ich auch in den nächsten Tagen, wie man Laptop-Tastaturen öffnen kann. Mir ist da gestern nämlich das kleine Missgeschick passiert, dass mein Kaffee unbedingt über den Laptop ausgeschüttet werden wollte. War zwar nicht viel Kaffee, aber scheinbar vertragen zwei der Pfeiltasten kein Koffein...

Des weiteren nutze ich meine freien Tage (Danke, Carlos!) derzeit zum Grossteil dafür, nach Arequipa zu fahren, da es dort jemanden gibt, den ich gern besuche. Und der mich auch in der vergangenen Woche hier in Cusco besucht hat. Da konnte ich dann gleich mal meine Fähigkeiten als Guide unter Beweis stellen und ihr die Inka-Hauptstadt oder das heilige Tal der Inka zeigen. In der kommenden Woche werd ich sie nochmal besuchen fahren um Geburtstage zu feiern. Ausserdem muss ich bis Anfang September nochmal aus Peru ausreisen, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Am liebsten würde ich dazu noch einmal nach La Paz rüberfahren, aber ich fürchte, dass es zeitlich nur möglich ist, nach Copacabana auf der bolivianischen Seite des Titikakasees zu fahren. Aber wir werden sehen, vielleicht schaff ich es ja doch nach La Paz. Schliesslich will ich doch auch noch was NEUES entdecken hier. Nachdem es ja nun schon nichts wurde mit der grossen Reise durch ganz Südamerika.

Endlich scheint hier auch wieder der Frühling eingekehrt zu sein. Tagsüber ist es schon schön warm, nachts wird es auch merklich wärmer, was aber nicht heisst, dass es schon warm ist. Aber das kommt sicher in den nächsten Wochen.

Hasta pronto...

Matze 

16.8.07 03:37


Umzug und Verlängerung

Ein "HOLA!!" aus Cusco!

seit heute bin ich vier Monate in Peru. Wow, wie die Zeit vergeht. Es ist aber andererseits auch schon wieder weit weg, als ich am 24. März in Lima ankam und die ersten Schritte nach Lateinamerika gemacht hab. Oder der Weg nach Cusco über die urigen Hochland-Städte Andahuaylas und Abancay. Der tolle Start in Cusco sowie die negative Erfahrung im Hostal in San Pedro oder die drei Wochen Reisen durch Chile und Osterinsel...

Eigentlich hätte ich ja jetzt noch knapp eineinhalb Monate hier. Eigentlich. Denn mein Aufenthalt wird sich nach einigem Organisieren in den vergangenen Wochen um einige Wochen verlängern. Und das sogar, ohne an der Uni ein Semester zu verlieren. Ich weiss, was ich an dem Praktikum hier habe und es wäre fahrlässig, die Chance nicht zu nutzen, das weiter auszubauen, mehr zu lernen, die Sprach noch zu verbessern, das Land näher kennenzulernen. Und schliesslich ist es nicht nur dieses Praktikum. Auch sonst fühle ich mich - wie sicherlich schon mehrfach rüberkam - pudelwohl hier und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich dies ändern wird. Ausserdem will ich doch auch mal wieder Sommer. Hier ist schliesslich derzeit Winter. Und im September in den deutschen Herbst zurückzukehren - dann hätte ich ein Jahr ohne Sommer verbracht. Der derzeitige Plan ist, Mitte Dezember wieder nach Deutschland zu fliegen.

Wobei der Winter hier auch nicht vergleichbar ist mit unserem. Vorgestern beispielsweise habe ich mir beinahe einen Sonnenbrand geholt - dafür nachts wieder gefroren wie ein Strassenköter. Die Differenzen hier sind einfach ziemlich extrem - dazu kommt, dass die Sonne in der Höhe hier natürlich viel mehr Kraft besitzt. Nachts dafür ist es wirklich kalt - ich hab beispielsweise vorher nie mit Socken geschlafen. Barfuss schlafen wäre hier derzeit nicht wirklich möglich. Zumal die Wolldecken hier alles andere als bequem sind.

In den kommenden Tagen muss ich erstmal umziehen. Da in meiner Gastfamilie, in der ich derzeit wohne, zwei Studenten der Sprachschule einziehen werden (die hatten schon lange vorher gebucht), musste ich mir eine andere Bleibe für den August suchen. Gefunden hab ich eine andere Gastfamilie, die ebenfalls sehr nett scheint und sogar noch näher am Büro liegt.

Ansonsten laufen meine Tage derzeit ziemlich gleich ab: Frühs im Büro arbeiten, danach Mittagessen (meist mit Pia und/oder anderen Leuten von der Sprachschule), dann ein Kaffee und ein frisch gepresster O-Saft und danach muss ich meist noch irgendwas in der Stadt erledigen. Heute zum Beispiel muss ich mich umsehen nach einem passenden kleinen Geschenk für meine Gastmutter zu ihrem Geburtstag. Schliesslich bin ich mit eingeladen, wenn heute nachmittag die Familie zum Kaffee und Kuchen und später zum Abendessen kommt. Mal sehen, was sich finden lässt!

Bis demnächst,

Matze

24.7.07 19:51


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