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Zwei Wochen Arbeit - und schon Urlaub...

Nach dem virtuellen Stadtrundgang durch Cusco beim letzten Mal gibt es diesmal wieder ein bisschen mehr von mir zu lesen: Seit drei Wochen arbeite ich jetzt als Praktikant bei Latina Real Tours. Und schon jetzt bin ich aus dem Büro nicht mehr wegzudenken.  Schliesslich bin ich der einzige, der mit einer normalen Kaffeemaschine umgehen kann.  Doch nicht, dass das Bild täuscht: Ausser Kaffee machen (was ja schliesslich auch sehr in meinem Sinne ist) hab ich viele viele weiter Aufgaben: Derzeit bin ich vor allem dabei, die Internet-Seite (www.latinarealtours.com) einerseits mit allen möglichen Informationen zu füllen, andererseits die schon existierenden Tour-Beschreibungen etc. ins Deutsche und Englische zu übersetzen. Ausserdem sind wir gerade dabei, neue Rundreisen zu planen. Zum Beispiel eine Exklusiv-Reise für avenTOURa in Deutschland. Bei der Route- und Hotelauswahl sowie beim Programm war viel zu tun - doch nun steht die Reise mehr oder weniger. Auch das Büro haben wir heute umgestaltet. Fehlt nur noch ein Kalender mit nem Bikini-Girl über meinem Schreibtisch...

Normalerweise muss ich am Vormittag arbeiten und nachmittags sind dann Dinge zu erledigen wie etwa eine Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit bei einigen Hotels in der Stadt oder Buchungen von Hotels oder Flügen. So hab ich also doch einiges zu tun, aber es ist jetzt wirklich das, was ich machen wollte. Nicht nur die Arbeit an sich, auch mit den Leuten im kleinen Büro (Chef Carlos, Norma und die zweite Praktikantin Ursula) ist durchaus etwas, was ich mir später vorstellen könnte. Fast schade, dass ich nur zwei Monate Zeit hab.  Spass gemacht hat auch die Arbeit mit "meiner" ersten Touri-Gruppe, mit der ich beispielsweise am Dienstag vor einer Woche als Vertreter des Reiseveranstalters beim Abschiedsessen war und am Mittwoch nach Puno (am Titikakasee) begleitet habe.

Nach diesen ersten zwei Wochen Arbeit hatte ich mir die ersten beiden freien Tage redlich verdient.  Also bin ich nochmal übers Wochenende nach Arequipa gefahren, wo ich bis Sonntagabend auch wieder ne tolle Zeit hatte. Arequipa wird wohl auch die Stadt sein, in der ich in den letzten beiden Wochen meines Trips nochmal einen Sprachkurs machen werde.

Ansonsten ist hier das Leben derzeit von Streiks geprägt. So war die komplette vergangene Woche die Verbindung zwischen Cusco und Puno unterbrochen, da es zu Strassenblockaden von Bauern kam, die das Ende der Verschmutzung der Flüsse forderten. Mit den Touristen kamen wir nur nach Puno, da wir mit Hilfe eines Einheimischen einen Schleichweg (3 Stunden mehr, aber landschaftlich klasse) fanden. Doch beispielsweise Norma, eine Mitarbeiterin der Agentur, sass vier Tage in Puno fest und musste im Busterminal übernachten. Dazu muss man wissen, dass Puno auf knapp 4000 Metern liegt und es dort nachts derzeit richtig kalt wird. Das habe ich persönlich gemerkt, als in meinem Bus am Sonntagnacht von Arequipa nach Cusco die Heizung nicht ging oder einfach zu schwach war. Ich hab selten eine so kalte Nacht verbracht.  Aber auch Cusco ist derzeit nicht von tollem Wetter geprägt, es hat die vergangenen Tage immer mal wieder geregnet und ohne Jacke aus dem Haus zu gehen ist sehr gefährlich. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Heizungen in Südamerika nur in besseren Hotels vorkommen?

Um aber beim Thema Streik zu bleiben: Heute ist Generalstreik in Peru. Heisst im Klartext: Weder Taxen oder Collectivos noch Busse fahren, womit schon einmal mindestens 90% aller Fahrzeuge von den Strassen verbannt waren. So wurdem auch die grossen Avenidas kurzerhand von den Kindern in Fussballplätze umgewandelt und als Wanderstrecken von denjenigen benutzt, die bei privaten Firmen arbeiten und nicht am Streik teilnahmen. Auch die meisten Geschäfte hatten geschlossen. Bisher hab ich übrigens noch niemanden gehört, der sich über die Situation beschwert hat. Meine Gastmutter etwa musste heute arbeiten (im Zentrum) und freute sich fast, mal wieder eine Stunde Fussmarsch (wohl gemerkt einfach) absolvieren zu dürfen. Der Umwelt kanns ja auch nicht schaden, wenn die vielen Abgase mal einen Tag aussetzen.

Wie die Situation morgen aussieht, steht noch in den Sternen. Todo es posible, nada es seguro.

12.7.07 01:49


Ein Rundgang durch Cusco...

Inti Raymi – das Sonnenfest, das wichtigste Fest Cuscos, ist vorüber. Und die Stadt hat sich wieder normalisiert. Nicht nur, dass es nun nicht mehr in jedem Taxi wegen irgendeinem Umzug heisst “No hay paso” (da gibts kein Durchkommen Richtung Zentrum), auch Cameron Diaz und Bill Gates sind wieder aus der Stadt raus, so dass das Leben am “Nabel der Welt”, was Qosqo auf Quechua eigentlich bedeutet, wieder seinen normalen Gang geht. Doch was heisst normal, hier in Cusoc?

Vorweg: Cusco hat zwei Gesichter. Da ist zunächst einmal das touristische Zentrum mit der Plaza de Armas und etwa zwei Strassenblöcke in jede Richtung. Hier reihen sich schicke und noble Restaurants, teure Hotels, europäische Kneipen (Irish Pub etc..) aneinander. Alles wirkt auch quasi perfekt gestylt, an fast jeder Ecke stehen Mülleimer und die Stadtreinigung ist bemüht, wirklich jeden Grashalm auf der Plaza in Einheitslänge zu lassen. Als Gringo (wie die Weissen hier ”liebevoll” genannt werden) wird man auch ständig angebettelt, irgendwelchen Kram (von Kaugummis über Postkarten und Handpuppen in Lama-Form bis hin zu Gemälden von Cuscos Sehenswürdigkeiten) zu kaufen und ein paar Soles mehr in der Stadt zu lassen. Im Zentrum ist das Preisniveau auch durchaus achtbar, als Tourist lässt man es schliesslich mit sich machen. Nur wenige Gehminuten von der Plaza de Armas beginnt dann aber Peru. Hinter der Plaza San Francisco beispielsweise scheint ein grosser Torbogen die Grenze zu sein zwischen dem glitzernden Cusco – der viel angepriesenen Hauptstadt des alten Inka-Imperiums und dem Cusco, das so typisch ist für Peru und Lateinamerika. Und dem Cusco, warum ich persönlich hier so wohl fühle. Hinter dem Tor plötzlich sieht man nicht mehr so viele Touristen, zumindest nicht den typischen Touristen, der mit Kamera um den Hals und gestreiftem Polohemd, das in die beige Cord-Hose gesteckt ist auf die Jagd geht, sich einen zweiten Hut zu kaufen, auf dem “Machu Picchu Peru” steht. Es geht in Richtung des Mercado San Pedro. Und gerade auf und in den Märkten spielt sich das Leben ab. Deshalb ist ein Rundgang durch einen dieser Märkte wohl auch eine der besten Möglichkeiten, Peru und seine Eigenheiten kennenzulernen. In einer grossen Halle tummelt sich alles, was Kaufen und Verkaufen will. Nachdem man am Eingang eine Horde junger Mädchen hinter sich gelassen hat, die ununterbrochen “Llamada, Llamada” rufen und mit Handys der verschiedenen Telefon-Anbieter klappern (die Mädels wollen die Handys nicht verkaufen, sie sind quasi laufende Telefonzellen), kommt einem schon ein Geruch entgegen, der zwischen Käse, Fleisch und Obst liegt. Doch von Lebensmitteln sieht man erstmal kaum etwas, zunächst ist angesagt, die Reihen von Textilläden zu durchkreuzen. Ponchos, die typischen Kappen, warme Kleidung aus weicher Alpaka-Wolle (wird zumindest behauptet) wird genauso verkauft wie T-Shirts, Schuhe oder Hosen der verschiedensten Marken und ihrer chinesischen Ableger. Dann kommt aber der interessantere Teil: nachdem man zwei oder drei Hunden ausgewichen ist, fast über zwei mitten im sowieso schon zu schmalen Gang mit einem Mini-Männchen spielende Kinder gestoplert ist, kommen zunächst unglaublich viele 100-Liter-Säcke mit den verschiedensten Gewürzen auf einen zu, Eier und andere Materialen, die die peruanische Hausfrau zum Kochen braucht. Danach wirds laut: “Jugos, Ceviche, Almuerzos” – wir sind angelangt im Teil der Garkücken, wo es für wenige Sol alles gibt, was das Herz begehrt. Von Salchipapas (Pommes und Würstchen) über Lomo Saltado (Pommes gemischt mit einer Art geschnittenem Fleisch und Zwiebeln) bis hin zu Abodo (ein Brocken Fleisch und eine Pepperoni in Sud) ist alles dabei. Die aufgezählten Gerichte werden übrigens sowohl zu Mittag als auch als Frühstück gegessen. Abendessen ist hier die unwichtigste Mahlzeit. Am leckersten sind aber die frisch gepressten Säfte, die ebenfalls an vielen, vielen Ständen angeboten werden – ob Papaya, Banane oder Orange (immernoch mein Favorit), alles garantiert frisch ins Glas. Und sehr leicht kommt man mit anderen Saft-Trinkern oder auch den Verkäufern ins Gespräch. Natürlich werden auch die ganzen Früchte verkauft, darunter exotische Sachen wie Chirimoya oder andere Früchte aus dem peruanischen Urwald-Gebiet. Lässt man den Mercado San Pedro hinter sich, ist es nicht mehr weit ins Paradies. Doch bevor man dort angekommen ist, geht es durch eine Strasse, die von fliegenden Händlern nur so wimmelt. Es gibt Meerschweichen (lebend oder pfannenfertig) zu kaufen, die “Llamada-Llamada”-Mädels sind zurück und ein Verkäufer schiebt seinen Wagen mit Wachteln und Wachteleiern vorsichtig zwischen herumstreunenden Hunden, rennenden Kindern und kleinen Grillständen hindurch, die Anticuchos (Spiesse mit einer Kartoffel, wahlweise mit Fleich oder Herz und einer scharfen grünen Sosse für 1 Sol) anbieten.

Am Strassenrand kleine, enge Geschäfte, die entweder als Friseursalon oder als Bücherbasar genutzt werden. Ein kleines Deutsch-Spanisch-Büchlein konnte ich so gegen “der alte Mann und das Meer” von Hemingway tauschen, eingeschlossen einem netten Gespräch mit dem Vater der Familie, die das “Geschäft betreibt”. Dann gehts über die Strasse – zwischen hupenden Taxen und übervollen Collectivo-Bussen, alle fürchterlich stinkend, hindurch – in den Centro Commercial “El Paraiso”. Hier ist das Paradies für Schnäppchenjäger, wenn es um CDs, DVDs oder sonstiger Geräte geht. Auch eine Haushaults- und eine Werkstatt-Abteilung gibt es. Natürlich ist keine der DVDs echt, aber der Ausdruck auf dem Titelblatt schaut gut aus. Und was will man für einen Euro auch verlangen. Dafür gibt es alles, was man will – sogar CDs von ModernTalking liegen verstaubt in der Ecke. Oft muss man sich allerdings etwas gedulden – die gewünschte CD muss eventuell erst gebrannt werden. Bei meinem “neuen” Handy musste ich erst einmal die SMS vom Vorgänger löschen. Nachdem ich ihm (der Verkäufer war etwa 10 Jahre alt) deutlich gesagt hatte, das ich kein Handy mit Vertrag will, hatte er doch plötzlich noch was in der Hinterhand. Kein Wunder, dass in Peru so viele Taschendiebe rumrennen (ich wurde verschont bisher). Nicht minder interessant ist die Strasse, die wieder vom Einkaufszentrum wegführt, hier reihen sich kleine Restaurants und daneben Fleischereien mehr oder minder auf offener Strasse.Dazwischen immer wieder die unzähligen Strassenköter und die eifrig vor sich hin hupenden Autos...

So, soviel erstmal zu einem virtuellen Stadtrundgang durch Cusco. Bilder dazu gibts auch. Mir gehts soweit super, das Praktikum macht immernoch Spass, die Kollegen sind immernoch nett und morgen beginnt die neue Woche voller Motivation.... Bis dann

1.7.07 23:18


Hier meldet sich mal wieder die peruanische Zentrale der "Plan-Änderungen". Ich bin jetzt wieder in Cusco angelangt, wo ich ja schon den April und Anfang Mai verbracht habe. Und, anders als geplant, werde ich nicht mehr weiterreisen. Vielmehr habe ich hier für zwei Monate ein Praktikum gefunden, das viel mehr meinen Vorstellungen entspricht als der Bad-Putz-Job in Chile. Ich arbeite seit Mittwoch bei Latina Real Tours, dem peruanischen Partner-Büro von avenTOURa, einem der angesehensten Veranstalter für Lateinamerika- und Kuba-Reisen vom deutschsprachigen Gebiet aus.

Am vergangenen Montag, ich kam nach der Nachtfahrt aus Arequipa gegen 5 Uhr morgens im immer kühler werdenden Cusco an, hab ich einfach mal auf gut Glück E-Mails an verschiedenste Reiseveranstalter in Arequipa und Cusco geschrieben, zur avenTOURa-Zentrale bin ich direkt persönlich hin. Seltsamerweise schienen die nur auf mich gewartet zu haben und nach drei Minuten hatte ich den Job. Später, als ich meine E-Mails öffnete, eröffneten sich noch vier weitere Möglichkeiten in Arequipa, die ich aber leider absagen musste.

Auch bei meiner alten Sprachschule bin ich noch am Montag vorbei. Hier hab ich meine Gastmutter von April getroffen. Nun wohn ich also auch wieder in der gleichen Familie. Praktisch, da mein Arbeitsplatz direkt um die Ecke liegt. Was sind nun also meine Aufgaben bei Latina Real Tours? Derzeit (wenn das Internet mitmacht) in erster Linie Übersetzung von Angeboten für die Webseite. Gestern wurden mir auch sämtliche Anlaufstellen für Flug-, Hotel-, Bus- und Zugbuchungen im Zentrum gezeigt, damit ich auch diese Sachen ab kommender Woche erledigen kann. Heute hab ich (mit meinem Chef Carlos) meine erste Touristen-Gruppe vom Flughafen abgeholt. In erster Linie, um den weiteren Ablauf der Reise zu besprechen. Zudem sind wir Ansprechpartner für Probleme jeglicher Art. Da die Gruppe heute schon weiter ins Valle Sagrado gefahren ist, werd ich morgen abend eine Teilnehmerin, die nicht den Inka-Trail absolvieren wird, aus dem Tal abholen und in Cusco ins Hotel bringen. Am Dienstagabend, dem letzten Abend der Gruppe in Cusco, werd ich mit ihnen zu Abendessen um mir jegliches Lob anzuhören und das bisschen Kritik (das eh net aufkommen wird) niederzuschmettern. Am Mittwoch begleite ich die Gruppe als Guide nach Puno und erkläre unterwegs ein bisschen was über die verschiedenen Stopps. Das ist so im Grossen und Ganzen das, was ich die kommenden Wochen machen werd. Und diesmal bezahlt mich sogar dafür, wenn auch nicht viel (ca. 60 Euro im Monat)...

Ansonsten ist hier in Cusco grade die Hölle los. Nicht nur, weil sich Cameron Diaz und der peruanische Präsident hier aufhalten. Vor allem wegen dem Inti Raymi, dem Sonnenfest, das hier jährliche Tausende und Abertausende von Besucher anlockt. Schon die ganze Woche über gab es immer wieder Verkehrschaos (was eigentlich normal ist), weil mal wieder irgendwo im Zentrum ein Umzug stattfand. Am Sonntag wird dann der grosse Höhepunkt auf der Festungsanlage Sacsaywamán stattfinden, was jedoch eine sehr touristische Inszenierung sein soll. Lassen wir uns überraschen...

23.6.07 00:03


Perú - te extrañé!

Wie zuvor ja schon angekündigt, bin ich nach dem Trip auf die Osterinsel wieder zurück nach Peru. Und es war die absolut beste Entscheidung, die ich treffen konnte: Obwohl mir auch Chile gefiel - in Peru fühl ich mich einfach richtig wohl. Warum? Ich hab mich das mehrfach gefragt, aber eine Antwort darauf hab ich bisher nicht gefunden. Aber schon beim Grenzübergang am Freitag vor einer Woche hab ich gemerkt, dass ich das Land und seine Leute bisher doch mehr vermisst hab, als gedacht.

Los ging die Reise ein paar Tausend Kilometer nach Norden per Flieger von Santiago bis Arica im Norden Chiles, vom dortigen Flughafen per Taxi an die Grenze und dann - so war der Plan - werd ich schon irgendwie nach Tacna auf der anderen Seite kommen. Transportmittel in Peru sind einfach viel billiger. Und ich hatte Glück: Ich fragte einen Busfahrer, ob ich eventuell bis Tacna mitfahren wolle. Er sgate, der Bus sei schon zu voll. Das hinderte ihn natürlich nicht daran, mich doch mitzunehmen. Glück hatte ich in Tacna, dass ich keine fünf Minuten warten musste, bis der nächste Bus nach Arequipa abfuhr.

Arequipa - eigentlich waren hier nur vier oder fünf Tage geplant. Es ist mehr als eine Woche geworden. Die Stadt wird nicht umsonst (nach Cusco) als eine der interessantesten Städte Perus bezeichnet. In der Stadt selbst gibt es bis auf einige Kirchen und einem wirklich interessanten Markt nicht allzuviele Sehenswürdigkeiten, wegen derer ich mich so lange aufhalten würde. Abgesehen vom Monestario, einer alten Klosterstadt, in der in den vergangenen Jahrhunderten unzählige Nonnen völlig abgeschnitten von der Aussenwelt lebten. Heute wird das Kloster - obwohl noch immer ein paar wenige Nonnen hier leben - in erster Linie touristisch vermarktet. Viel mehr beeindruckt hat mich in Arequipa jedoch die Kombination aus Grossstadt und Idylle. Während in der Nähe des Zentrums dauerhupende Taxen und Busse das Geschehen beherrschen, ist es nur wenige Strassenblocks weiter fast dörflich mit engen Gässchen, uralten Strassen und Gebäuden sowie malerischen Plätzen, von denen man meist auch noch einen traumhaften Blick hat auf die Wahrzeichen der Stadt, dem Vulkan Misti und den beiden Gletschern hat, die über den Dächern Arequipas thronen. Auch das Klima in Arequipa ist sehr angenehm. Wolken habe ich die ganze Woche nicht entdecken können, tagsüber ist es kein Problem, mit kurzen Hosen und T-Shirt durch die Gegend zu laufen, nachts ist die Jacke zwar angebracht, doch so richtig kalt wird es trotzdem nicht.

Glücklicherweise hab ich hier auch ein Hotel gefunden, mit dessen Angestellten ich mich direkt gut verstanden hab. Sie haben mich auch direkt etwas ins Nachtleben Arequipas eingeführt und mich am ersten Samtag mit in ein Restaurant genommen, das sich Samstagabends in einen fröhlichen Tanz-Schuppen mit Live-Musik verwandelt. Nicht touristisch und proppevoll mit Leuten aller Altersstufen. Auch zum Abschluss gestern abend sind wir nochmal dahin - quasi um meinen Abschied zu feiern, da es heute abend mit Bus nach Cusco zurück geht.

Neben der Stadt selbst - übrigens mit der schönsten Plaza, die ich bisher gesehen hab - hat vor allem die Umgebung Reizvolles zu bieten: Da ist zum einen das Valle de los Volcanos, der Cañon de Cotahuasi (leider recht weit weg) und der Cañon del Colca. Eine 3-Tages-Tour zu Letzterem hab ich dann auch Anfang der Woche gemacht. Guide war einer der Burschen aus dem Hotel, so dass wir insgesamt als drei 23-Jährige unterwegs waren, da noch eine Kanadierin aus dem Hotel mitkam. Los ging die Tour am Sonntagmorgen um 1 (!) Uhr - also direkt von der Fiesta in den Bus. Nach dem Frühstück in Cabanaconde begann die Wanderung: Am ersten Tag gute vier Stunden steil bergab - in der krachenden Sonne. Insgesamt mehr als 1000 Höhenmeter hatten wir zu überwinden, was am Ende vor allem wegen des fehlenden Schlafs zur Tortur wurde. Dafür war den ganzen Nachmittag Ausruhen angesagt. Bis es Abends frisch gefangenen Lachs gab. Schon an diesem ersten Tag konnten wir uns ein klares Bild darüber machen, dass der Cañon del Colca einer der Tiefsten seiner Art weltweit ist - tiefer ist nur noch der Cotahuasi-Canyon. Der zweite Tag war etwas gemütlicher. Nur vier Stunden, eineinhalb davon bergauf, hatten wir zu gehen, ehe wir uns in Schwimmbecken entspannen konnten. Die Lodge trägt den passenden Namen "La Oasis", einfach super schön gelegen. Knüppelhart wurde dafür der dritte Tag, als es um kurz nach 2 Uhr nachts losging, um wieder nach Cabanaconde zurückzukommen. Ein - besonders in der Dunkelheit - schwerer Anstieg, der mich ein wenig an den Inka-Trail erinnerte. Dennoch waren wir nach etwa vier Stunden erschöpft, hungrig, durstig aber auch glücklich wieder da zurückgekehrt, wo drei Tage zuvor die Tour begann. Zum Abschluss machten wir noch einen Abstecher zum "Mirador del Cóndor", wo sich auch einige dieser grössten Raubvögel der Welt blicken liessen und grazïös durch die Schlucht segelten. Verständlich, dass dieser majestätiche Riesen-Vogel schon für die Inkas heilig war, heute jedoch beinahe ausgestorben ist, so dass die beiden Schluchten um Arequipa zwei der wenigen Plätze sind, an denen man noch Kondore in freier Wildbahn erleben kann.

Die restlichen Tage in Arequipa - mal hier ein Fussballspiel mit den Hotel-Leuten Alain, Hugo und Victor, mal hier ein Bierchen in der Kneipe (davon hat Arequipa reichlich) - waren in erster Linie zur Entspannung. Schliesslich steht schon bald der nächste Höhepunkt an: In Cusco ist am kommenden Wochenende Inti Raymi, das traditionelle Fest mit Umzügen, Vorführungen und vielen weiteren Veranstaltungen, zu dem ich nochmal in den "Nabel der Welt" zurückkehre... 

18.6.07 00:24


Perú - te extrañé!

Wie zuvor ja schon angekündigt, bin ich nach dem Trip auf die Osterinsel wieder zurück nach Peru. Und es war die absolut beste Entscheidung, die ich treffen konnte: Obwohl mir auch Chile gefiel - in Peru fühl ich mich einfach richtig wohl. Warum? Ich hab mich das mehrfach gefragt, aber eine Antwort darauf hab ich bisher nicht gefunden. Aber schon beim Grenzübergang am Freitag vor einer Woche hab ich gemerkt, dass ich das Land und seine Leute bisher doch mehr vermisst hab, als gedacht.

Los ging die Reise ein paar Tausend Kilometer nach Norden per Flieger von Santiago bis Arica im Norden Chiles, vom dortigen Flughafen per Taxi an die Grenze und dann - so war der Plan - werd ich schon irgendwie nach Tacna auf der anderen Seite kommen. Transportmittel in Peru sind einfach viel billiger. Und ich hatte Glück: Ich fragte einen Busfahrer, ob ich eventuell bis Tacna mitfahren wolle. Er sgate, der Bus sei schon zu voll. Das hinderte ihn natürlich nicht daran, mich doch mitzunehmen. Glück hatte ich in Tacna, dass ich keine fünf Minuten warten musste, bis der nächste Bus nach Arequipa abfuhr.

Arequipa - eigentlich waren hier nur vier oder fünf Tage geplant. Es ist mehr als eine Woche geworden. Die Stadt wird nicht umsonst (nach Cusco) als eine der interessantesten Städte Perus bezeichnet. In der Stadt selbst gibt es bis auf einige Kirchen und einem wirklich interessanten Markt nicht allzuviele Sehenswürdigkeiten, wegen derer ich mich so lange aufhalten würde. Abgesehen vom Monestario, einer alten Klosterstadt, in der in den vergangenen Jahrhunderten unzählige Nonnen völlig abgeschnitten von der Aussenwelt lebten. Heute wird das Kloster - obwohl noch immer ein paar wenige Nonnen hier leben - in erster Linie touristisch vermarktet. Viel mehr beeindruckt hat mich in Arequipa jedoch die Kombination aus Grossstadt und Idylle. Während in der Nähe des Zentrums dauerhupende Taxen und Busse das Geschehen beherrschen, ist es nur wenige Strassenblocks weiter fast dörflich mit engen Gässchen, uralten Strassen und Gebäuden sowie malerischen Plätzen, von denen man meist auch noch einen traumhaften Blick hat auf die Wahrzeichen der Stadt, dem Vulkan Misti und den beiden Gletschern hat, die über den Dächern Arequipas thronen. Auch das Klima in Arequipa ist sehr angenehm. Wolken habe ich die ganze Woche nicht entdecken können, tagsüber ist es kein Problem, mit kurzen Hosen und T-Shirt durch die Gegend zu laufen, nachts ist die Jacke zwar angebracht, doch so richtig kalt wird es trotzdem nicht.

Glücklicherweise hab ich hier auch ein Hotel gefunden, mit dessen Angestellten ich mich direkt gut verstanden hab. Sie haben mich auch direkt etwas ins Nachtleben Arequipas eingeführt und mich am ersten Samtag mit in ein Restaurant genommen, das sich Samstagabends in einen fröhlichen Tanz-Schuppen mit Live-Musik verwandelt. Nicht touristisch und proppevoll mit Leuten aller Altersstufen. Auch zum Abschluss gestern abend sind wir nochmal dahin - quasi um meinen Abschied zu feiern, da es heute abend mit Bus nach Cusco zurück geht.

Neben der Stadt selbst - übrigens mit der schönsten Plaza, die ich bisher gesehen hab - hat vor allem die Umgebung Reizvolles zu bieten: Da ist zum einen das Valle de los Volcanos, der Cañon de Cotahuasi (leider recht weit weg) und der Cañon del Colca. Eine 3-Tages-Tour zu Letzterem hab ich dann auch Anfang der Woche gemacht. Guide war einer der Burschen aus dem Hotel, so dass wir insgesamt als drei 23-Jährige unterwegs waren, da noch eine Kanadierin aus dem Hotel mitkam. Los ging die Tour am Sonntagmorgen um 1 (!) Uhr - also direkt von der Fiesta in den Bus. Nach dem Frühstück in Cabanaconde begann die Wanderung: Am ersten Tag gute vier Stunden steil bergab - in der krachenden Sonne. Insgesamt mehr als 1000 Höhenmeter hatten wir zu überwinden, was am Ende vor allem wegen des fehlenden Schlafs zur Tortur wurde. Dafür war den ganzen Nachmittag Ausruhen angesagt. Bis es Abends frisch gefangenen Lachs gab. Schon an diesem ersten Tag konnten wir uns ein klares Bild darüber machen, dass der Cañon del Colca einer der Tiefsten seiner Art weltweit ist - tiefer ist nur noch der Cotahuasi-Canyon. Der zweite Tag war etwas gemütlicher. Nur vier Stunden, eineinhalb davon bergauf, hatten wir zu gehen, ehe wir uns in Schwimmbecken entspannen konnten. Die Lodge trägt den passenden Namen "La Oasis", einfach super schön gelegen. Knüppelhart wurde dafür der dritte Tag, als es um kurz nach 2 Uhr nachts losging, um wieder nach Cabanaconde zurückzukommen. Ein - besonders in der Dunkelheit - schwerer Anstieg, der mich ein wenig an den Inka-Trail erinnerte. Dennoch waren wir nach etwa vier Stunden erschöpft, hungrig, durstig aber auch glücklich wieder da zurückgekehrt, wo drei Tage zuvor die Tour begann. Zum Abschluss machten wir noch einen Abstecher zum "Mirador del Cóndor", wo sich auch einige dieser grössten Raubvögel der Welt blicken liessen und grazïös durch die Schlucht segelten. Verständlich, dass dieser majestätiche Riesen-Vogel schon für die Inkas heilig war, heute jedoch beinahe ausgestorben ist, so dass die beiden Schluchten um Arequipa zwei der wenigen Plätze sind, an denen man noch Kondore in freier Wildbahn erleben kann.

Die restlichen Tage in Arequipa - mal hier ein Fussballspiel mit den Hotel-Leuten Alain, Hugo und Victor, mal hier ein Bierchen in der Kneipe (davon hat Arequipa reichlich) - waren in erster Linie zur Entspannung. Schliesslich steht schon bald der nächste Höhepunkt an: In Cusco ist am kommenden Wochenende Inti Raymi, das traditionelle Fest mit Umzügen, Vorführungen und vielen weiteren Veranstaltungen, zu dem ich nochmal in den "Nabel der Welt" zurückkehre... 

18.6.07 00:23


Osterinsel - Rapa Nui

Nachdem ich von Pucón aus am Mittwoch vor einer Woche für eine Tage Relaxing in Valparaíso und Viña del Mar (auf der Höhe Santiagos an der Küste) war, bin ich in den vergangenen vier Tagen  am best-isoliertesten bewohnten Fleck gewesen, den es auf dieser Erde überhaupt gibt: Die Osterinsel oder Rapa Nui, wie das kleine Eiland auf der heimischen Sprache genannt wird. 3700 Kilometer oder etwa viereinhalb Stunden Flug liegen zwischen dem chilenischen Festland und der Isla de Pasqua. Damit ist dieser wundersame Ort fast auf der Hälfte nach Australien gelegen.

Was ist nun aber das besondere an der Osterinsel? Da sind natürlich zu allererst die Moai, die berühmten grossen Steinfiguren, die überall auf der Insel herumstehen. Mal grimmig, mal etwas weniger grimmig schauend, mal mit abstehenden Ohren, mal ohne, mal mit Hut, mal ohne Kopfbedeckung. Niemand weiss wirklich genau, wo diese Steinfiguren, die zwischen eineinhalb und sieben Meter (die stehenden) gross sind, herkommen. Sicher ist nur, dass alle schon sehr alt sind und eine Art Statussymbol für die einheimische Bevölkerung darstellten. Womit wir schon beim nächsten Mysterium wären: Die Bevölkerung. Woher kamen die ersten Siedler? Auch das weiss niemand so genau. Es gibt Theorien, dass sie von den westlich gelegenen polynesischen Inseln kamen. Aber auch die Theorie, dass die Rapa Nui Ursprünge auf dem Festland haben, hält sich wacker.

All dies sind gute Gründe für mich gewesen, einen Zwischenstopp hier zu verbringen - und es war eine wirklich gute Wahl. Ursprünglich sollte ich nur mit Caroline (England) und Carla (Deutschland) unterwegs sein - wir hatten uns in La Serena getroffen und die Flüge gebucht. Aber schon auf dem Weg zum Flughafen in Santiago lernten wir Alex kennen, einen leicht durchgeknallten aber netten Kerl aus England. Also machten wir uns am Sonntag zu viert auf den Weg zum Campingplatz (jaja, mal wieder gecampt...) in Hanga Roa, dem einzigen Ort auf der Insel (3800 Einwohner), wo wir recht spät am abend ankamen. Erst am Montag machten wir uns dann auf, die Insel zu erkunden. Zunächt zu Fuss, doch nach etwa drei Kilometern und einigen Moais wurden wir von einer Familie aus Santiago an einer Höhle "aufgesammelt". Mit ihnen verbrachten wir nicht nur den restlichen Tag und den Abend (Bier trinkend am Strand der Osterinsel - was gibt es tolleres?), sondern sie führten uns auch über die Insel und zeigten uns die wichtigsten Dinge, die man nicht verpasst haben darf. Da war zum Beispiel Rana Rankai, der Berg, wo die Moai hergestellt wurden. Hier liegen und stehen auch noch 397 teils fertige, teils unfertige Moai. Unter anderem auch der Grösste, der eine Länge von fast 22 Metern hat, jedoch nie fertig gestellt wurde und somit noch im Berg liegt. Sehr eindrucksvoll waren auch die 15 Moai, die ganz in der Nähe - direkt am Ufer - aufgestellt wurden. Beim Betrachten dieses Kunstwerks wird einem absolut klar, warum die Osterinsel zur Wahl der sieben neuen Weltwunder aufgestellt wurde. Dann fuhren wir zum "Nabel der Welt", einem fast glatten, runden Stein, der der Legende nach magische Kräfte haben soll. Obwohl ich meine Hände lange auf ihn legte, fühlte ich mich am Abend doch ziemlich müde.

Am zweiten Tag mieteten wir uns selbst ein Auto. Erste Station war der Strand Anakena, der nicht zu unrecht in vielen Reiseführern als "paradiesisch" beschrieben wird. Feiner, weisser Sand, Palmen und dahinter eine Ansammlung von Moais - ein genialer Anblick. Wir genossen die erste Hälfte des Tages dort. Während unseres Picknicks zu Mittag fiel mir auch auf, dass ich in den vergangenen Wochen überhaupt noch nicht im Pazifik war - ich war zwar am Meer - etwa in Lima, Arica oder Viña del Mar - aber eben nicht drin. Aber auch das Wasser des Pazifiks ist nass - wenn auch etwas salziger als andere Ozeane. Gegend abend fuhren wir zu Orongo, einer recht gut erhaltenen Siedlung am Rande eines Vulkankraters (die gesamte Insel ist vulkanischen Ursprungs). Allein der Blick in den mit Wasser gefüllten Krater war die Fahrt hierhin schon wert.

Am Mittwoch trennten wir uns - während die drei anderen die Insel mit Pferd erkundeten, konnte ich mein erstes Mal auf einem Pferd gerade noch so abwenden und hab mir stattdessen eine Quad-Bike gemietet, mit dem ich den ganzen Tag mit bis zu 85 Sachen (nur auf der einzigen geteerten Strasse) über die Insel geholpert bin und mir die letzten Flecken angesehen haben, die wir vorher nicht sahen. Und einfach die grandiose Stimmung auf der Insel eingefangen hab.

Nachdem ich also heute wieder nach Santiago zurück kam, geht es morgen auch schon wieder weiter. Die Pläne haben sich mal wieder geändert, es geht zunächst nach Peru zurück. Ich schau mir in den nächsten Tagen den Südteil des Landes an, bevor es dann für ein paar Tage nach Cusco zurück geht, wo das ber[uhmte Inti Raymi, das Stadtfest stattfindet. Von da aus werd ich mit Stephi (die auch schon am Titikakasee dabei war) weiterreisen. Wohin - das werden wir noch sehen. Entweder Argentinien, Uruguay, Paraguay oder aber die Route nach Norden hin (Ecuador, Kolumbien, Venezuela).

Vamos a ver...

8.6.07 04:57


Am südlichen Ende...

Ich bin jetzt wohl am südlichsten Punkt meiner Reise in Südamerika angekommen. Genau bin ich jetzt in Pucón, 10 Busstunden südlich von Santiago de Chile auf mehr als 39 Grad südlicher Breite. In der Hauptstadt selbst habe ich das vergangene Wochenende verbracht. Sehr viel von der Stadt selbst hab ich nicht gesehen, was im Wesentlichen zwei Gründe hat: Zum einen war das Wetter nicht besonders gut, wirklich geregnet hat es zwar nicht, doch unter Wolken und Kälte macht ein Stadtrundgang halt nicht so viel Spass. Zum anderen gibt es in Santiago wohl auch nicht sehr viel zu sehen. Also habe ich mich darauf beschränkt, einfach ziellos durch die Stadt zu laufen. Am auffälligsten waren auch in der 5-Millionen-Metropole die grossen Shopping-Malls, die hier in Chile in jeder grösseren Stadt stehen und einen doch sehr an Amerika erinnern. Besonders, wenn es zum nicht zu klein geratenen "Patio de Comidas" (Essen-Hof) geht, wo sich McDonald, Burger King, KFC und Dunkin Donuts die Klinke in die Hand geben. Dazwischen - fast ein wenig eingeschüchtert: Fritz - das typisch deutsche Fast-Food-Restaurant, in dem es vor allem Hot Dogs und Burger gibt.  Auch die Kinos fehlen in den Malls natürlich nicht, was ich mir am Freitagabend direkt mal zu Nutzen gemacht und mir Fluch der Karibik 3 angeschaut hab.

Danach gings ab in die Santiagoer Kneipen- und Diskowelt. Mit einem Israeli und einem US-Ami war ich in ner netten Kneipe direkt neben dem Hostal, danach sind Mateus (der Ami) und ich noch weiter ins Ausgeh-Viertel Bellavista gefahren. Dort sind wir erst in einem überteuerten Techno-Schuppen gelandet und nach der recht schnellen Flucht haben wir noch eine gute Disko gefunden, in der wir dann auch bis halb fünf ausgehalten haben.  Das hat meinen Plan, die Stadt am Samstagmorgen noch etwas zu erkunden, natürlich jäh durchkreuzt. Also bin ich im Hostal geblieben, bis das DFB-Pokal-Finale begann. Dann verstand ich auch, warum Santiago so bewölkt war: All die Sonne schien am Samstag über dem Frankenland.

Live-Fussball hab ich dann am Sonntag gesehen. Colo Colo spielte gegen Universidad Católica - es war nicht nur ein Derby zweier Mannschaften aus Santiago sondern zugleich auch das vorentscheidende Spiel um die Meisterschaft. Dementsprechend aufgeheizt war natürlich die Stimmung. Schon in der U-Bahn zum Stadion bewegte ich mich - zwangsläufig - in erster Linie auf und ab. Immer im Takt der springenden Colo-Colo-Fans. Im Stadion war dies nicht viel anders, die Stimmung war hervorragend, vor allem weil Colo Colo (der Heimverein) das sehr spannende Spiel 2:1 gewann und dementsprechend gefeiert wurde. Zum Glück sass (stand, sprang, kniete) ich auf der Seite der Colo-Colo-Fans, alle Chilenen in dem Stadion waren mir nämlich nicht so ganz geheuer.

Aber nach einer Nachtfahrt im Bus kam ich am Montag trotzdem unversehrt in Pucón an. Das 14000-Einwohner-Städtchen glänzt vor allem durch seine traumhafte Lage am Lage Villarrica. Zudem thront über dem Ort der gleichnamige Vulkan, der nicht nur einer der schönsten, sondern auch einer der aktivsten seiner Sorte in Südamerika ist. Da galt es für mich natürlich, den zu besteigen, was ich heute auch in Angriff genommen hab. Allerdings sind wir nicht bis zum Krater des immer ein wenig dampfenden Vulkans gekommen, da das Gletscher-Eis um den Krater herum einfach zu hart gefroren war und unsere Führer entschieden haben, die Tour nach etwas mehr als der Hälfte abzubrechen und den Abstieg zu beginnen. Dennoch war die Tour ein schönes Erlebnis, wenn es auch schade ist, nicht von oben in den Magma-gefüllten Krater schauen zu können. Doch immerhin hab ich nun erste Erfahrungen mit Steigeisen und Eispickel gesammelt.

Jetzt bleib ich erstmal noch ein paar Tage im kalten und windigen Pucón - heute morgen hatten wir -5 Grad und deftigen Wind - und schau mit in Ruhe die anderen Sachen (Hot Springs, Seenlandschaft und mehr) an und fahr wahrscheinlich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wieder nach Santiago zurück. Von dort geht es am Sonntag mit einer Deutschen und einer Engländerin, die ich in La Serena im Hostal kennen gelernt hab, ab auf die Osterinsel.  Da hier absolute Nebensaison ist, ist der Flug ganz gut finanzierbar und die Insel ist bestimmt ein tolles Erlebnis... Das aber in einem weiteren Blog....

29.5.07 22:28


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