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Bienvenidos a Bolivia

Eine Woche voller Impressionen, voller Extreme liegt hinter mir. Von Cusco ging es am Freitagabend um 22 Uhr los – nachdem ich ein letztes Mal beim Imbiss “La Bendita Gula” essen war. Nestor, der Besitzer, wird im Dezember Vater und das Kind wird natürlich meinen Namen bekommen. Klar, ich hab auch oft genug dort gegessen. Am Samstag gegen Mittag kamen wir dann in La Paz an. Wir – das sind Christoph, den ich in Cusco kennengelernt habe und ich. Nachdem wir uns das Hostal (mit eigener Brauerei und All-you-can-eat-Pfannkuchen-Frühstück). Am Nachmittag dann sind wir einfach etwas durch die Stadt gelaufen und haben uns umgeschaut. Sie ist schon eigenartig, diese Stadt. Einerseits herrscht die absolute Hektik – vor allem auf den Strassen – aber ain den Gassen eine tolle Gelassenheit. Am Sonntag dann der erste Höhepunkt der Bolivien-Tour: Eine Mountain-Bike-Tour über die “gefährlichste Strasse der Welt”. Zunächst ging es mit dem Bus auf einen Pass von 4600 Metern, dann aufs Bike und ab nach unten. Die ersten etwa eineinhalb Stunden gingen noch auf Asphalt-Strasse mit Geschwindigkeiten von mehr als 75 km/h abwärts, dann jedoch ging es richtig los: Schotterpiste in den Steilhang gebaut, der tiefste Abgrund 600 Meter, an den Seiten immer wieder Kreuze von in den Jahren zuvor Verunglückten. Nicht umsonst ist die Piste runter in die Yungas als die gefährlichste Strasse der Welt bezeichnet. Insgesamt ging es bis in tropische Regionen auf 1100 Metern Höhe herunter, also 3500 Höhenmeter in 65 Kilometern. Wahnsinn! Die fantastischen Ausblicke konnte man teilweise kaum geniessen, da man sich doch sehr auf die Fahrt konzentrieren musste. Unten angekommen, gab es einen Pool und ein Essen und gegen Abend ging es wieder zurück über die mittlerweile eröffnete neue Piste nach La Paz! Ein wirklich atemberaubender Tag! Auch der Montag glänzte mit seinen Extremen: Es ging nach Chacaltaya, wo noch bis vor kurzem das höchstgelegene Skigebiet der Welt existierte. Auf 5500 Metern! Heute allerdings ist Skifahren kaum mehr möglich, weil die Erderwärmung auch hier zugeschlagen hat und den Gletscher fast komplett zum schmelzen brachte. Dennoch war es ein Erlebnis, auf dieser Höhe einen tollen Rundblick – auch über den Talkessel von La Paz – zu haben. Eine kleine Wanderung jedoch hat mich schon etwas aus der Puste gebracht. Kein Wunder auf dieser Höhe. Am Nachmittag ging es noch ins Valle de la Luna, das Mondtal, das durch verrückte Gesteinsformationen sehr interessant ist. Hier hat die Erosion so richtig zugeschlagen. Per Nachtbus ging es dann nach Uyuni, wo auch direkt am Dienstagmorgen die Drei-Tages-Tour Salar/Lagunen begann. Zwei Tage waren wir sehr viel im Jeep durch die Wüste unterwegs, haben aber fantastische Lagunen, Geysire und andere Naturschönheiten gesehen. Der Höhepunkt war aber ohne Zweifel der dritte Tag, an dem es auf den Salar de Uyuni ging, den grössten Salzsee der Welt. Salz, wohin man sieht... Zuerst ging es zur Isla de Pescado, die ihren Namen trägt, da sie wie ein Fisch aussieht oder aussehen soll. Hier gibt es neben einer grandiosen Aussicht auch viele, viele Kakteen (teils 1200 Jahre alt) und eine Chinchilla-Art. Aber klar war die Aussicht das Beste. Dann ging es weiter im Jeep zum Salzhotel. Komplett aus Salz hergestellt, gibt es hier die Möglichkeit, inmitten des 12000 qkm grossen Salzsees zu übernachten. Nachdem wir dann auch noch so einige Spässchen mit den Kameras gemacht hatten, ging es nach dem Mittagessen wieder nach Uyuni zurück. Eine mehr als tolle Tour, die wieder einmal gezeigt hat, was die Natur in Südamerika geleistet hat und immernoch leistet. Am Abend sind wir dann schon weiter gefahren – sieben Stunden Ruckelpiste nach Potosí. Nachdem wir mitten in der Nacht fast kein Hotel mehr fanden (es war gerade ein Kongress....), konnten wir dann doch endlich mal wieder ausschlafen. Am Mittag dann haben wir eine der Minen besucht, weswegen Potosí, die höchstgelegene (4065 Meter) Grossstadt der Welt, bekannt gemacht hat. Der Besuch war zwar kurz, dennoch konnten wir uns ein gutes Bild davon machen, unter welchen Arbeitsbedingungen seit Jahrhunderten gearbeitet wird, um den Berg auszubeuten. Früher war es vor allem das Silber, das die Minien und damit die Stadt wachsen liess, heute ist es hauptsächlich das Zinn und andere Mineralien. Diese Tour war mehr interessant als schön; die teilweise erst 18-jährigen Minenarbeiter verdienen nicht nur schlecht, sie sind auch ständig den giftigen Dämpfen ausgesetzt. Deutlich konnten schon wir nach nur einer knappen Stunde in der engen Mine den Schwefel in der Luft spüren. Da die Minen der einzige Grund ist, diese Stadt in dieser unwirtlichen Gegend zu besuchen, fuhren wir am Nachmittag auch direkt weiter nach Sucre, von wo aus wir eigentlich einen Bus nach Santa Cruz in den Regenwald nehmen wollten. Doch wir entschieden uns dafür, in Boliviens offizieller Hauptstadt eine Nacht zu bleiben und dann erst weiter zu reisen. Und es hat sich wirklich gelohnt: Sucre ist eine wirklich tolle Kolonialstadt mit sehr angenehmen Klima (2800 Meter) und einem ganz eigenen Flair. Mal sehen, was der heutige Abend noch so bringt. Doch sicherlich wird er unser bisheriges Bild von Bolivien nicht ändern: Ein grossartiges Land mit grossartigen Menschen und einer einmaligen Natur. Es wird wohl darauf hinauslaufen, ein paar Bier zu trinken und dann weiterzusehen. Auch morgen können wir schliesslich ausschlafen. Gegen Mittag geht es dann weiter in den bolivianischen Regenwald nach Santa Cruz....
27.10.07 01:33
 


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